Ich habe mich gerade durch das Debütalbum von Madsen gehört... und hoffe dieses Debüt leitet auch schon wieder den Abschied dieser Gruppe ein.
Was muss ich da in vielen "professionellen" Kritiken lesen?
In den Liedern würden "mit unkonkreten Texten sehr konkrete Sachen ausgedrückt."
Mit solch einer Totschlagargumentation kann man jeglichem noch so inhaltsfreien Erguss in Literatur oder Poesie eine Seele einhauchen.
Musikalisch vereinten Madsen "Punk-Rock und Hamburger Schule und mieden traditionelle Rockklischees."
Dafür wildern sie aber um so ungenierter in zeitgenössischen Rockklischees amerikanischer College-, Depri-, NuMetal-Rocker. Aber selbst Linkin Park kann ich ihre herausgeschriene Verzweiflung nicht so richtig abnehmen. Und somit erst recht nicht einer so offensichtlich weichgespülten Produktion, wie dem Madsen Album.
Auf textlicher Ebene kann ich nur sagen: Die bloße Imitation des Gesangsstils von tocotronic und Konsorten und die Verwendung simpelster Schttelreime à la
Durch welche Tür soll ich jetzt gehn',
Oder bleib' ich zwischen ihnen stehn',
Bin ich gebunden ans System (Beachte: Systemkritik! Anm. des Verfassers),
Oder will ich neue Dinge sehn',
Stand immer fest auf zwei Bein'n,
Ging niemals Risiken ein,
Jetzt stehst du neben mir,
Doch du bleibst nich lange hier
stellt noch lange keine Verbindung mit Vertretern der Hamburger Schule her. Auch wenn Vertreter dieser Schule gegenwärtig in einer leichten Krise stecken, auf Schützenhilfe von Madsen können sie wohl doch noch verzichten.
Insgesamt lässt sich das Madsen Album zur Zeit wahrscheinlich nur durch das Machwerk von Tokio Hotel unterbieten. Deren Lied "Schrei" musste ich letzlich hören, welches wohl einen neuen Tiefpunkt in dem Bestreben vieler deutscher Produzenten und Musiker darstellt, Musiktrends aus den USA auf peinlichste und einfallsloseste Weise zu kopieren.
