Sonntag, Juli 05, 2009

Zwei erhellende Berichte aus Afghanistan

Bin auf zwei interessante Film-Berichte gestoßen, die das Leben und die Arbeit in einem entlegenen Außenposten der Marines in Afghanistan zeigen.

Im ersten Beitrag wird deutlich, dass in Afghanistan Krieg geführt wird, was viele (Politiker) in Deutschland nicht wahrhaben wollen. Außerdem wird gezeigt, dass sich seit dem Vietnamkrieg nicht viel an dem Prinzip geändert hat, dass auch technologisch schlecht ausgerüstete Guerillakämpfer eine hochgerüstete und über alle modernen technischen Aufklärungsmittel verfügende Armee wie die US-amerikanische in Bedrängnis bringen können. Der ernüchternde Realismus dieser Marines vor Ort ist dabei bezeichnend.



Der zweite Beitrag stammt aus dem gleichen Außenposten und zeigt die US-Marines bei ihrer "eigentlichen" Aufgabe (wenn sie ausnahmsweise einmal nicht angegriffen werden):
Die Ausbildung der afghanischen Armee oder das was einmal eine Armee werden soll.

Ich ziehe meinen Hut vor den jungen Soldaten wie Staff Sergeant O'Brien, die in diesem Umfeld einen kühlen Kopf bewahren und versuchen, ihren Auftrag bestmöglich auszuführen. Und dabei motiviert bleiben, obwohl sie offensichtlich den größeren Rahmen der Afghanistan-Mission kritisch reflektieren und ihm eher wenig Aussicht auf Erfolg beimessen.
Traurig, dass ein Großteil ihrer Arbeit umsonst sein wird. Lediglich der ältere afghanische Offizier scheint einen gewissen Berufsethos zu haben, hat aber auch resigniert.
Von derart unmittelbaren Berichten über die Missionen der deutschen Soldaten auf afghanischem Territorium und ihre ungefilterten Aussagen kann man nur träumen.

Wie heißt es so schön: Es ist einfach, einen Krieg zu beginnen. Schwer ist es, ihn zu beenden.
Noch schwerer ist das "nation building" in einem Land wie Afghanistan, das im Grunde noch auf einer Stammesgesellschaft beruht. Und so sind die einfachen Soldaten in der afghanischen Armee junge, oft drogensüchtige Männer, die wegen Missverhaltens aus ihren Dörfern verstoßen wurden...